20. Februar 2017
nach Marcel Fratzscher
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Der Euro war ein Geschenk!

Dieser Text wurde am 19. Februar als Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlicht.

Wie würden Sie die folgende Frage beantworten: War die deutsch-deutsche Währungsunion vom 1. Juli 1990 ein Erfolg? Viele würden diese Frage für sinnlos halten. Denn die Einführung der D-Mark in Ostdeutschland war natürlich die prinzipiell richtige Entscheidung, auch wenn sich über ihre Ausgestaltung streiten lässt. Ist die europäische Währungsunion ein Erfolg? Viele, vor allem in Deutschland, machen den Euro gerne zum Sündenbock für Europas Probleme. Wir Deutschen sollten jedoch ehrlich sein und zugeben, dass Deutschland vom Euro und einem geeinten Europa profitiert. Der Euro ist genauso essenziell für die wirtschaftliche Integration und den Wohlstand in Europa, wie es die D-Mark fürs vereinte Deutschland war. Weiterlesen →

17. Februar 2017
nach Marcel Fratzscher
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Der deutsche Sparirrsinn

Dieser Beitrag ist am 17. Februar in der ZEIT ONLINE– Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Deutschland erwirtschaftet große Exportüberschüsse, der Gewinn aber wird im Ausland verzockt. Die Lösung lautet: in Deutschland investieren.

Seit dem Jahr 2000 hat jeder Deutsche einen durchschnittlichen Verlust von durchschnittlich 7.500 Euro im Ausland erlitten. Wie? Hat unser Land volkswirtschaftlich betrachtet wegen der Rekord-Exportüberschüsse nicht viel mehr Geld von seinen ausländischen Partnern eingenommen als umgekehrt? Ja, die deutschen Unternehmen und somit auch die Bürgerinnen und Bürger haben 2.200 Milliarden Euro mehr an Gütern und Dienstleistungen produziert und exportiert als verbraucht. Soweit zur positiven Handelsbilanz. Weiterlesen →

15. Februar 2017
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Statement zur Abstimmung EU-Kanada Freihandelsabkommen Ceta im EU-Parlament

Die Abstimmung für CETA ist eine gute Entscheidung für Europa und gerade auch für Deutschland. Sicherlich hat CETA auch Schwächen. Aber CETA wird die europäische Wirtschaft stärken, auch wenn die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen nicht überschätzt werden sollten. Das wichtigste bei CETA ist das Signal, das es an die Welt sendet. Die Entscheidung für CETA ist ein starkes Signal, dass Europa offen für die Welt bleibt und den Protektionismus des Donald Trump entschieden ablehnt. Europa muss diesen Kurs weiter fortsetzen und sich – beruhend auf Gegenseitigkeit – auch den USA, Asien und den schwächsten Entwicklungsländern öffnen. Nur ein offenes Europa, mit einer offenen Volkswirtschaft, wird seinen Wohlstand verteidigen können.

13. Februar 2017
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Deutscher Protektionismus

Dieser Text wurde am 12. Februar als Gastbeitrag im Handelsblatt veröffentlicht.

Die Kritik der US-Regierung an Deutschlands Handelsbilanzüberschüssen hat hierzulande kollektive Empörung ausgelöst. Vieles an dieser Kritik ist falsch – wie der Vorwurf, Deutschland manipuliere den Euro und missbrauche die EU für seine Interessen. Aber es gibt auch einen wahren Kern an dieser Kritik, mit der uns seit langem auch unsere europäischen Nachbarn konfrontieren. Diese Kritik lautet: Der hohe Exportüberschuss spiegelt wider, dass sich Deutschland protektionistisch verhält. Das ist ein harter Vorwurf. Stimmt er?  Weiterlesen →

10. Februar 2017
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Donald Trump paralysiert

Dieser Beitrag ist am 10. Februar in der ZEIT ONLINE– Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

US-Präsident Donald Trump hat bereits in den ersten zwei Wochen seiner Amtszeit für viel Wirbel gesorgt. Die Risiken für die Weltwirtschaft lassen sich unter den drei P zusammenfassen: Populismus, Protektionismus und Paralyse. Dabei sind die ersten beiden eher kurzfristige Gefahren. Die Paralyse, sprich die drohende Lähmung der Wirtschafts- und Sozialpolitik, ist dagegen das größte und gefährlichste Risiko. Weiterlesen →

9. Februar 2017
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Statement zu den Import- und Exportzahlen für Deutschland

Statement zu den heute morgen vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Import- und Exportzahlen für Deutschland im Gesamtjahr 2016

Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Außenhandelsüberschuss in Höhe von knapp 253 Milliarden Euro erzielt und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Dass die deutsche Wirtschaft sehr viel mehr exportiert als importiert, ist Anlass zur Sorge, und kein Grund stolz zu sein. Problematisch sind nicht die hohen Exporte, problematisch ist die schwache Entwicklung der Importe, die Ergebnis der großen Investitionslücke ist. Diese verursacht hohe wirtschaftliche Kosten für Deutschland, denn sie reduziert die Produktivität, Einkommen und schadet letztlich dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

Der Rekordüberschuss wird den Konflikt mit den USA und innerhalb der EU weiter anfachen. Die europäischen Nachbarn würden von stärkeren Investitionen in Deutschland profitieren. In erster Linie würde jedoch Deutschland selbst profitieren, denn die Investitionslücke und die damit einhergehenden zu hohen Handelsüberschüsse schaden der hiesigen Wirtschaft.

3. Februar 2017
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Kein Neid, bitte

Dieser Beitrag ist am 3. Februar in der ZEIT ONLINE– Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

„Zeit für Gerechtigkeit“ hat Martin Schulz als Motto seines Wahlkampfs gegen Angela Merkel ausgegeben. In einem Land, in dem 70 Prozent der Menschen die Ungleichheit als zu hoch empfinden, wird der Slogan auf offene Ohren treffen. Aber die Frage der Gerechtigkeit ist nicht diejenige, um die es jetzt gehen sollte. Anders als Ungleichheit, die belegt und deren Auswirkungen bemessen werden kann, ist Gerechtigkeit etwas Subjektives, und eine Debatte um Gerechtigkeit wird die Polarisierung der Gesellschaft eher verschärfen als lindern. Weiterlesen →

1. Februar 2017
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Warum die US-Kritik an Deutschland teilweise stimmt

Dieser Artikel ist am 31. Januar als Gastbeitrag auf SPIEGEL Online erschienen.

Donald Trump hat Deutschland vorgeworfen, die EU als Instrument für die eigenen Interessen zu missbrauchen. Seine Regierung legt nun nach und bezeichnet Deutschland als Währungsmanipulator und droht mit harten Konsequenzen. Bei allem Unfug und falschen Argumenten, die diese Vorwürfe enthalten, muss die deutsche Politik diese Kritik ernst nehmen. Sie kommt seit vielen Jahren auch von anderen Europäern, der EU-Kommission, dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Industrieländerorganisation OECD und anderen.

Richtig ist: Deutschland hat einen exzessiven Handelsüberschuss und die deutsche Politik muss diesen endlich abbauen – im ureigenen Interesse. Denn Deutschland trägt den größten Schaden dieser Überschüsse und würde von einem Abbau am stärksten profitieren.

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25. Januar 2017
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Das ist billiger Populismus, was Donald Trump macht

Dieses Gespräch mit Jasper Barenberg ist am 24. Januar im Deutschlandfunk erschienen.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, kritisiert den Ausstieg der USA aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP. Er werde das Gegenteil von dem bewirken, was Präsident Donald Trump angekündigt habe. Den amerikanischen Arbeitern werde geschadet.

Jasper Barenberg: Donald Trump hat gesagt, der Ausstieg aus TPP ist eine großartige Sache für die Arbeitnehmer in den USA. Ist das eine gute Nachricht für Arbeitnehmer dort?

Marcel Fratzscher: Nein. Protektionismus, Handelsbarrieren, da gewinnt keiner von, weder die Amerikaner, noch in diesem Fall die Asiaten. Man muss ja erst einmal betonen: TPP ist ja nichts, was schon umgesetzt war, sondern umgesetzt worden wäre. So gesehen ändert sich jetzt überhaupt nichts. Es kommen da keine neuen Jobs in die USA zurück. Ganz im Gegenteil! Mit den Androhungen, die Donald Trump gemacht hat, wird er viele nicht nur ausländische, sondern auch amerikanische Unternehmen verschrecken, die sagen, ich orientiere mich lieber in eine andere Volkswirtschaft. Also Mittel- bis langfristig wird es genau das Gegenteil bewirken. Das ist billiger Populismus, was Donald Trump macht, was wirtschaftlich auch gerade den Arbeitern, die neue Jobs brauchen, schaden wird. Weiterlesen

23. Januar 2017
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Dringender denn je

Dieser Beitrag mit Jürgen Fitschen und Reiner Hoffmann ist am 22. Januar in der Süddeutschen Zeitung erschienen.

Mehr Investitionen – das muss Priorität für die Bundesregierung haben. 

Selten war die wirtschaftliche und politische Unsicherheit so groß wie heute. Die Brexit-Entscheidung, die US-Wahlen und der Ausgang des Referendums in Italien, der Matteo Renzi zum Rücktritt gezwungen hat, sind nicht zuletzt die Folgen wirtschaftlicher Schwäche und sozialer Spannungen, Entwicklungen, die auch für Deutschland eine große Herausforderung darstellen. Die Expertenkommission zur Stärkung von Investitionen in Deutschland, der wir angehören, hat letztens fünf neue Empfehlungen für die Bundesregierung vorgelegt, um die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft langfristig zu sichern. Weiterlesen →

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