14. März 2016
nach Marcel Fratzscher
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VERTEILUNGSKAMPF – Warum Deutschland immer ungleicher wird

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Das Erhard ’sche Ziel »Wohlstand für alle« ist heute nur mehr eine Illusion. Deutschlands soziale Marktwirtschaft, wie wir sie über sieben Jahrzehnte gekannt haben und in der die soziale Sicherung aller Bevölkerungsgruppen gewährleistet war, existiert nicht mehr. In der deutschen Marktwirtschaft wird mit gezinkten Karten gespielt – wirklichen marktwirtschaftlichen Wettbewerb gibt es immer weniger. Die neue deutsche Marktwirtschaft zeigt ihr wahres Gesicht in einer stark zunehmenden Ungleichheit. In kaum einem Industrieland der Welt sind vor allem Chancen, aber auch zunehmend Vermögen und Einkommen ungleicher verteilt als in Deutschland. Diese Ungleichheit stellt nicht nur ein gesellschaftliches, sondern ein massives wirtschaftliches Problem dar. Sie schwächt unser Wachstum, verhindert mehr Investitionen und bessere Jobs. Dieser Schaden ist eine Realität, die Deutschland vor riesige Herausforderungen stellt.

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20. September 2016
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TTIP muss kommen

Gastbeitrag von Marcel Fratzscher und ifo-Präsident Clemens Fuest im Handelsblatt am 20. September 2016.

Das Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen (TTIP) ist eines der wichtigsten Projekte zur Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA seit dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Projekt droht zu scheitern. TTIP tatsächlich scheitern zu lassen wäre ein großer wirtschaftspolitischer Fehler. Die Bundesregierung sollte ein klares Bekenntnis zu TTIP abgeben, kritische Punkte klären und in einen offenen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern eintreten. Weiterlesen →

15. September 2016
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Die verquere Logik des Club of Rome

Der Gastbeitrag ist am 15. September 2016 auf Spiegel Online erschienen.

Der Club of Rome fordert, Frauen zu bestechen, damit sie weniger Kinder bekommen. Was für ein Unsinn.

Der Club of Rome hat mit seinem neuen Bericht „Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen“ für Aufsehen gesorgt. Zwar identifiziert der Bericht der beiden Autoren Jorgen Randers und Graeme Maxton zu Recht die hohe Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und den Klimawandel als drei zentrale Probleme unserer Zeit. Ihre 13 radikalen Lösungen sind jedoch nicht mehr als meist kontraproduktive und widersprüchliche Vorschläge. Die Krönung des Berichts ist die Forderung, Industrieländer sollten Frauen finanziell bestechen, um keine Kinder oder maximal ein Kind zu bekommen. Weiterlesen →

8. September 2016
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Stellungnahme zu den Ergebnissen der EZB-Ratssitzung vom 08.09.2016

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik der EZB ist deutlich gestiegen. Die Abschwächung der Wirtschaft und vor allem der Inflation in der Eurozone versetzen die EZB in die schwierige Lage, über weitere Optionen nachdenken zu müssen. Ich erwarte, dass die EZB noch im Dezember eine Verlängerung des Anleihenkaufprogramms über März 2017 hinaus bekannt geben wird. Vor allem halte ich eine Ausweitung der Ankäufe von Unternehmensanleihen für immer wahrscheinlicher. Ich erwarte zudem, dass die EZB früher oder später auch wieder griechische Staatsanleihen als Teil des Anleihenkaufprogramm erwerben wird.

5. September 2016
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Statement zum Faktencheck des IW Köln zum Thema Ungleichheit

Ich freue mich, dass das IW Köln sich zu der wichtigen und immer bedeutenderen Diskussion zur Ungleichheit in Deutschland äußert. Es ist vor allem auch wichtig, eine intensive Diskussion über die Ungleichheit der Markteinkommen zu führen, die in Deutschland im internationalen Vergleich hoch ist, denn diese sind die zentrale Säule der sozialen Marktwirtschaft, in der ein jeder für sich „Verantwortung“ übernehmen kann.

Es ist irreführend, die Ungleichheit heute mit der zum historischen Höhepunkt im Jahr 2005 zu vergleichen. Dass die Ungleichheit in Deutschland trotz Beschäftigungswunder und Wirtschaftsboom seit 2005 nicht weiter gestiegen ist, ist kein Erfolg, sondern eher enttäuschend. Tatsache ist, dass die Einkommensungleichheit der heute unter 40-Jährigen mehr als doppelt so hoch ist, wie die der unter 40-Jährigen in den 1970er Jahren. Weiterlesen →

30. August 2016
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Missbrauch der Globalisierung

Dieser Blogbeitrag ist am 30. August 2016 als Gastbeitrag im Handelsblatt erschienen.

Missbraucht Deutschland die Globalisierung zu seinem Vorteil und auf Kosten anderer? Viele Regierungen, Unternehmen und Ökonomen weltweit sind fest davon überzeugt. Christine Lagarde, die heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), beklagte als französische Finanzministerin im Jahr 2010, dass Deutschland im globalen Wettbewerb mit gezinkten Karten spiele und sich durch Lohndumping Wettbewerbsvorteile verschaffe. Weiterlesen →

12. August 2016
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Statement zur Wachstumszahl des Bruttoinlandsprodukts und zur Entwicklung der Verbraucherpreise im Juli (12. August 2016)

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft war im zweiten Quartal robust. Die anhaltende Investitionsschwäche bleibt aber die Achillesferse. Ohne stärkere private und öffentliche Investitionen wird die deutsche Wirtschaft langfristig nicht dynamisch wachsen können. Durch die Brexit-Entscheidung schwächt sich die Wirtschaft in Deutschland bereits jetzt ab und auch in den kommenden Quartalen wird das hiesige Wachstum infolge des Brexit-Votums deutlich geringer ausfallen.
Die noch immer zu niedrige Inflation in Deutschland unterstreicht die hohe Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Europa und der Weltwirtschaft. Die Preisentwicklung ist viel zu schwach, trotz kräftiger Lohnanstiege. Viele Unternehmen stehen durch fallende Preise vor riesigen Herausforderungen.“

21. Juli 2016
nach Marcel Fratzscher
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Statement zur heutigen Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) 21.7.2016

Die Europäische Zentralbank ist zunehmend in einem Dilemma: Je langsamer sich die Wirtschaft des Euroraums erholt, desto niedriger sind die Zinsen und desto weniger Spielraum hat die EZB, ihr Staatsanleihen-Kaufprogramm umzusetzen. Die EZB verfolgt nun eine Strategie des Abwartens – in der Hoffnung, dass die bisher beschlossenen Maßnahmen wirken und sich die Wirtschaft nicht weiter abschwächt. Die italienische Bankenkrise ist, viel mehr noch als der Brexit, ein enormes Risiko für den gesamten Euroraum und auch für Deutschland und wird sich in den kommenden Jahren auf die Geldpolitik der EZB auswirken.

18. Juli 2016
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Das Märchen vom Märchen der Ungleichheit

Der Gastbeitrag ist am 17. Juli 2016 auf Zeit Online erschienen.

Stimmt alles gar nicht, in Deutschland geht es gar nicht so ungerecht zu, behaupten einige. Sechs Gründe, warum die wachsende Ungleichheit gelebte Realität ist

Die Aussage, Deutschland sei eines der ungleichsten Länder der industrialisierten Welt, ruft immer wieder erbitterten Widerstand hervor. Wir wollen offenbar kein extrem ungleiches Land sein. Aber ein ehrlicher Blick auf die Fakten zeigt, dass wir es trotzdem sind. Sechs Gründe, warum das Märchen von der Ungleichheit in Deutschland leider kein Märchen ist, sondern gelebte Realität.

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30. Juni 2016
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„Die EU muss handeln, wenn es drauf ankommt – jetzt“

Dieses Interview von Florian Güßgen erschien erstmals am 19. Juni 2016 bei Stern.de.

Herr Fratzscher, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, Ihr Institut, hat seine Wachstumsprognose für Deutschland für 2017 um 0,5 Prozentpunkte gesenkt, von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent. Wie kommen Sie zu diesem Ergebnis?

Deutschland ist eine sehr offene Volkswirtschaft, Großbritannien ist der drittwichtigste Handelspartner. Deutschland exportiert rund vier Prozent seiner Wirtschaftsleistung dorthin. Wir gehen davon aus, dass ein Achtel der Exporte wegbricht. Ein Achtel von diesen vier Prozent sind 0,5 Prozentpunkte. Aber die Schätzung ist noch relativ konservativ Weiterlesen →

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