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„Das dritte Hilfsprogramm für Griechenland ist ein Erfolg“

Die schnelle Einigung auf ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland ist ein Erfolg. Beide Seiten haben aus ihren Fehlern der ersten beiden Hilfsprogramme gelernt. Sie sind von der Wirklichkeit der tiefen wirtschaftlichen und humanitären Misere in Griechenland eingeholt worden. Die Gläubiger kommen Griechenland bei den Staatsausgaben entgegen, in dem sie eine weniger ambitionierte Konsolidierung verordnen. Die griechische Regierung verpflichtet sich zu vielen weiteren, tiefgreifenden Reformen.

Die Einigung auf ein drittes Hilfsprogramm ist jedoch nur ein erster Schritt. Das dringendste Problem ist, das Vertrauen in den griechischen Staat und seine Wirtschaft wiederherzustellen. Vor allem muss dringend das griechische Bankensystem umstrukturiert werden. Einige Banken brauchen neues Kapital, andere müssen geschlossen werden.

Ich vermute, dass es im Zuge dieser Einigung auch eine Absprache über eine Schuldenerleichterung für Griechenland gibt. Denn ohne eine Schuldenerleichterung wäre eine Zustimmung und Beteiligung des IWF nicht möglich. Ich erwarte, dass es eine Schuldenerleichterung noch in diesem Jahr geben wird.

Die wohl wichtigste Herausforderung ist es, dem Land einen Wachstumsimpuls zu geben. Keine der Reformen des dritten Programms wird die Wirtschaft kurzfristig deutlich stärken können. Deshalb sollte Europa ein Investitionsprogramm für Griechenland planen, das Beschäftigung und Wachstum nachhaltig stärkt.

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