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Ergänzung: Statement über den Ausgang des Brexit-Referendums

Ein wichtiger Aspekt, der in der Diskussion um einen Brexit vergessen wird, sind die Auswirkungen für die Geldpolitik der EZB. Der Fall der Ölpreise und die schwächere Konjunktur werden die Wirtschaft der Eurozone und Deutschlands wieder in die Deflation treiben. Ich erwarte, dass die EZB nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig ihre Geldpolitik weiter ausweiten wird. Der Brexit bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit eine deutlich längere Nullzinsphase.

Deutschlands Staatsanleihen dienen in der Finanzmarktpanik als sicherer Hafen, und die Zinsen fallen daher weiter. Fast alle deutschen Staatsanleihen haben nun einen negativen Zins, d.h. der Sparer muss dem deutschen Staat Geld dafür zahlen, dass er ihm Geld leihen darf. Das ist gut für den Finanzminister, der Einsparungen auf Zinszahlungen hat, aber schlecht für den deutschen Sparer, der sich nochmals auf eine deutlich längere Niedrigzinsphase einstellen muss.

Ich erwarte, dass die G-7 Finanzminister und Zentralbankgouverneure noch heute ein starkes Statement herausgeben werden, um ihre Geldpolitik weltweit eng zu koordinieren und die Finanzmarktpanik einzudämmen.

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