Europa Geldpolitik

„Die EU muss handeln, wenn es drauf ankommt – jetzt“

Dieses Interview von Florian Güßgen erschien erstmals am 19. Juni 2016 bei Stern.de.

Herr Fratzscher, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, Ihr Institut, hat seine Wachstumsprognose für Deutschland für 2017 um 0,5 Prozentpunkte gesenkt, von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent. Wie kommen Sie zu diesem Ergebnis?

Deutschland ist eine sehr offene Volkswirtschaft, Großbritannien ist der drittwichtigste Handelspartner. Deutschland exportiert rund vier Prozent seiner Wirtschaftsleistung dorthin. Wir gehen davon aus, dass ein Achtel der Exporte wegbricht. Ein Achtel von diesen vier Prozent sind 0,5 Prozentpunkte. Aber die Schätzung ist noch relativ konservativ

Warum?

Weil wir nur die direkten Handelseffekte mit Großbritannien mit einberechnet haben. Die Auswirkungen der Verwerfungen an den Finanzmärkten ist enorm schwer zu berechnen und daher in dieser Prognose nicht berücksichtigt. Zudem ist die hohe wirtschaftliche Unsicherheit und der damit verbundene Vertrauensverlust, der sich durch schwächere Investitionen ausdrücken kann, für mich der wichtigste Sorgenfaktor. Weiterlesen …

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