Europa

Statement zum italienischen Referendum vom 4. Dezember 2016

Das Ergebnis der Volksabstimmung ist ein Rückschlag für Italien. Es wird Italien sicherlich kurzfristig nicht zurück in eine Krise treiben. Aber es bedeutet weitere verlorene Zeit für ein Land, das noch mit erheblichen Problemen – seinen Banken, einer enormen Staatsverschuldung, einer hohen Arbeitslosigkeit – zu kämpfen hat. Die Gefahr ist groß, dass sich der Reformkurs jetzt verlangsamt.

Die politischen Entwicklungen von Sonntagabend schaffen eine enorme Unsicherheit, die zu höheren Zinsen für Italien auf den Kapitalmärkten, weniger Investitionen und damit ein geringeres Wachstum in der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums führen könnte.

Die Politik in Italien muss nun schnell und entschieden handeln, um eine neue Regierung zu installieren, die Unsicherheit zu beseitigen und den Reformkurs fortzusetzen.

Allerdings erwarte ich keine starke Reaktion der Finanzmärkte, da diese das Resultat des Referendums erwartet und bereits eingepreist hatten. Der Ausgang der Volksabstimmung erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB am Donnerstag ihren Kurs einer expansiven Geldpolitik fortsetzen wird. Ich erwarte, dass die EZB eine Verlängerung des Anleihenkaufprogramms mit der gleichen Größe ankündigt, und ein Ende der expansiven Geldpolitik noch weiter hinausschiebt.

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