Statement zur EZB-Ratssitzung vom 19.01.2017

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EZB Präsident Draghi hat klar signalisiert, dass die EZB ihren gegenwärtigen Kurs fortsetzen wird. Der Anstieg der Inflation ist eine positive, willkommene Entwicklung für alle. Gerade wir Deutschen sollten die positive Inflationsentwicklung begrüßen. Je früher die Inflation in der Eurozone wieder an das Inflationsziel von zwei Prozent heranreicht, desto schneller kann die EZB ihre expansive Geldpolitik beenden.

Es gibt keinen guten Grund für den gegenwärtigen Enthusiasmus über die stärkere Preisentwicklung. Der jüngste Anstieg der Inflation ist temporär und spiegelt vor allem eine Normalisierung der Energiepreise wieder. Die EZB wird wohl ihr Ziel der Preisstabilität nicht vor Ende 2018 erreichen. Deutschland und die Eurozone müssen sich auf zwei bis drei weitere Jahre der Niedrigzinsen einstellen.

Die positive Inflationsentwicklung ist keine Rechtfertigung für die öffentlichen Attacken der vergangenen Wochen in Deutschland gegen die EZB Geldpolitik. Der Anstieg der Inflationserwartungen in der Eurozone ist ein Zeichen dafür, dass die EZB Geldpolitik sowie die Reformen in Südeuropa greifen und sich die Eurozone langsam von der Krise erholt.

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Marcel Fratzscher

Autor: Marcel Fratzscher

Marcel Fratzscher ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professor für Makroökonomie und Finanzen an der Humboldt-Universität zu Berlin. / Marcel Fratzscher is President of the German Institute for Economic Research (DIW Berlin) and Professor of Macroeconomics and Finance at the Humboldt University in Berlin.

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