EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik

Statement zur EZB-Ratssitzung vom 8. Juni 2017

Die EZB hat vorsichtig die geldpolitische Wende eingeleitet, wenn auch nur mit Worten und nicht mit Taten. Sie hat die Kommunikation geändert und somit einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Vielen in Deutschland mag die geldpolitische Wende zu langsam gehen. Viele unterschätzen aber die Tragweite der EZB-Entscheidung, die zum ersten Mal seit über zehn Jahren eine nachhaltige Straffung der Geldpolitik signalisiert. Die EZB handelt richtig, den Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik graduell und nicht abrupt vorzubereiten, damit keine schädliche Verunsicherung entsteht, sondern Unternehmen und Investoren langfristig planen können. Die EZB muss auch in Zukunft eine Politik der kleinen Schritte verfolgen, um unnötige Volatilität in den Märkten zu vermeiden.

Die wirtschaftliche Erholung des Euroraums ist auf einem guten Weg. Der behutsame Ausstieg der EZB ist angemessen, da sie ihrem Mandat der Preisstabilität noch nicht ausreichend gerecht wird. Vor allem die viel zu niedrige Kerninflation, die hartnäckig bei unter einem Prozent verharrt, verbietet es der EZB, ihre expansive Geldpolitik frühzeitig zu beenden. Investitionen und Lohnentwicklung im Euroraum – und auch in Deutschland – sind nach wie vor zu schwach, als dass die Erholung des Euroraums bereits nachhaltig wäre.

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