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EZB kann geldpolitische Zügel nur langsam anziehen

Zu den Ergebnissen der heutigen Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank:

Die Europäische Zentralbank hat einen graduellen und vorsichtigen Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik gewählt. Mit ihrer Entscheidung bleibt die EZB beim Ausstieg aus ihrem Anleihekaufprogramm maximal flexibel. Ich erwarte, dass die EZB nach September 2018 ihre Anleihekäufe komplett einstellen und dann frühestens 2019 die erste Zinserhöhung tätigen wird. Die EZB kann die geldpolitischen Zügel nur langsam anziehen, da sie sich nur langsam ihrem Mandat der Preisstabilität annähert. Sie muss sich bei ihrem graduellen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik ein hohes Maß an Flexibilität sichern, denn die Risiken für Wirtschaft und Finanzmärkte sind nach wie vor sehr hoch. Geopolitische Krisen, Protektionismus, der Brexit und die Schwäche vieler Banken weltweit könnten die wirtschaftliche Erholung Europas schnell wieder gefährden und die EZB zum Handeln zwingen. Deshalb gibt es zwar bereits eine geldpolitische Wende, diese bedeutet jedoch nicht eine schnelle Normalisierung der Geldpolitik. Die Geldpolitik der EZB ist eine der wichtigsten Gründe für die wirtschaftliche Erholung Europas und die starke Wirtschaft in Deutschland. Ohne die niedrigen Zinsen hätte die nächste Bundesregierung keine Überschüsse, die sie wohl an die Bürgerinnen und Bürger verteilen wird.

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