Europa ZEIT Kolumne

Das beste Ergebnis für Europa

Dieser Beitrag ist am 28. Mai in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Das Ergebnis dieser Europawahl ist womöglich das Beste, was Europa passieren konnte. Die Bürgerinnen und Bürger haben den etablierten Parteien einen Denkzettel verpasst. Sie haben signalisiert: Ein Weiter so ist für sie keine Option. Zugleich haben sie den Parteien einen klaren Auftrag erteilt, Europa endlich ernst zu nehmen und seine Institutionen mit mehr Bedeutung und politischer Macht auszustatten. Denn diese Europawahl war die erste seit … [weiterlesen]

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Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik

Diese Attacken gefährden drei Dimensionen der Unabhängigkeit der EZB

Fast überall in der westlichen Welt – und fast nirgendwo stärker als in Deutschland – werden die Zentralbanken attackiert und ihre Unabhängigkeit gefährdet. Zentralbanken müssen Rechenschaft ablegen und Kritik einstecken können. Aber in Europa ist nicht die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), sondern der mangelnde Reformwille der Politik das Kernproblem heute.

US-Präsident Donald Trump droht Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, ihn seines Amtes zu entheben, wenn er nicht durch niedrigere Zinsen die Wirtschaft befeuert, um Trumps Wahlchancen 2020 zu … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa

Erst Brexit, dann Dexit?

Inmitten des Brexit-Chaos fordert die AfD in ihrem Europawahlprogramm einen Dexit, einen Austritt Deutschlands aus der EU in fünf Jahren. Dies mag man für absurd und weltfremd halten. Dabei ist ein Dexit und gar ein Kollaps der Europäischen Union gar nicht so unwahrscheinlich, vor allem wenn Deutschland nicht die richtigen Lehren aus dem Brexit zieht. Denn Großbritannien und Deutschland unterliegen ähnlichen Illusionen in ihrer Weltsicht: Sie unterschätzen beide die Bedeutung der Europäischen Union für die eigene Zukunft.

Vor fünf Jahren … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa ZEIT Kolumne

Europa braucht Klarheit über den Brexit

Dieser Beitrag ist am 5. April in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die Brexit-Entscheidung steht wieder einmal auf der Kippe. Alle halten erneut die Luft an und warten, ob die Abgeordneten im britischen Parlament sich nun endlich einigen können. Theresa May hat gerade um eine Verlängerung bis zum 30. Juni gebeten. Doch die kontinentaleuropäischen Politiker sind uneins, wie sie mit Großbritannien umgehen und ob sie Mays Bitte nachkommen sollen. Sollen sie hart bleiben, in der Hoffnung, dadurch nicht … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa

Zeit für eine Brexit-Kehrtwende

Dieser Beitrag ist am 19. März als Gastkommentar auf Spiegel Online veröffentlicht worden.

Europa ist auf dem besten Wege, sich selbst durch die gescheiterten Brexit-Verhandlungen einen immensen Schaden für Jahrzehnte zuzufügen. Es ist Zeit für ein ehrliches Eingeständnis, dass die Verhandlungen für die Übergangsphase nicht mehr zu retten sind.

Und es ist an der Zeit, dass die EU – mit starker Unterstützung der Bundesregierung – eine grundlegende Kehrtwende vollzieht, indem sie den Briten eine Verzögerung des Austritts bis Ende 2020 … [weiterlesen]

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Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik

Die Geldpolitik der EZB wird deutlich länger expansiv bleiben müssen, als von vielen in Deutschland wahrgenommen

Statement zur Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank

Die EZB und ihr Präsident Draghi haben heute ein überraschend klares Warnsignal gesendet: Die Wirtschaft des Euroraums schwächt sich merklich ab, die Risiken werden größer. Folglich macht die EZB die Geldpolitik nochmals expansiver. Ich halte diese Entscheidung für klug und notwendig, um die drohende wirtschaftliche Abkühlung etwas abmildern zu können. Die Bekanntgabe eines neuen Kreditprogramms (TLTRO-III) kommt früher und ist deutlich expansiver als erwartet. Ich erwarte, dass sich die EZB nur bei … [weiterlesen]

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Europa

Es ist an der Zeit, sich auf die Stärken Europas zu besinnen

Dieser Beitrag von Marcel Fratzscher, Daniela Schwarzer und Guntram Wolff ist am 16. Januar beim Handelsblatt erschienen.

Im Wahljahr 2019 kann europapolitisches Zögern zur Gefahr werden. Der Zusammenhalt der EU steht auf dem Spiel. Die Europawahl und der Ausgang der Wahlen in einigen EU-Mitgliedstaaten werden in diesem Jahr zeigen, ob antieuropäische, illiberale Kräfte weiter auf dem Vormarsch sind – oder ob es gelingen wird, Europa zukunftsfähig zu machen. Viele blicken derzeit pessimistisch auf die Lage in der EU.

Frankreichs proeuropäischer … [weiterlesen]

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Europa

Es gibt noch Hoffnung

Dieser Beitrag ist am 16. Januar bei Spiegel Online erschienen.

Kommt nun der harte Brexit? Wie stark wird er Europa und Deutschland schaden, könnte es unsere Wirtschaft sogar in die Rezession treiben? Viele sind nach der Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament stark verunsichert und besorgt. Dabei ist diese Entscheidung bei Weitem nicht so negativ, wie viele sie wahrnehmen. Sie gibt gar vorsichtigen Anlass zur Hoffnung.

Das Horrorszenario eines harten Brexits am 29. März 2019 wird intensiv diskutiert: … [weiterlesen]

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Europa EZB Geldpolitik

Ein Grund zum Feiern

Dieser Beitrag ist am 6. Januar in der Süddeutschen Zeitung erschienen.

Der Euro wird 20 Jahre alt. Eigentlich sollte dies Anlass zum Feiern sein. Denn der Euro hat entscheidend zur Integration Europas beigetragen und ist ein Grund für den Wohlstand, den wir heute in Deutschland genießen. Leider wird der Euro von Populisten und Nationalisten für eigene Zwecke und als Sündenbock für nationale Fehler missbraucht. Dies lenkt von einer ehrlichen Debatte über seine Erfolge und seine Fehler ab, die aber dringend … [weiterlesen]

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Europa

Statement zu den Unruhen in Frankreich und den jüngsten Ankündigungen von Präsident Macron

Die Reaktion der französischen Regierung auf die Unruhen ist ein Schnellschuss, der wirtschaftlich nur begrenzt sinnvoll ist und die Unzufriedenheit im Land kaum lindern wird. Präsident Macron hat in den letzten 18 Monaten viele wichtige Reformen umgesetzt, hat dabei jedoch zu häufig die Sorgen und Ängste der Mittelschicht und der Einkommensschwächsten nicht berücksichtigt. Sein größter Fehler war die Abschaffung der Vermögensteuer, was sich als ein fatales Signal erwiesen hat. Wir sollten uns in Deutschland nicht zu sicher sein, dass es … [weiterlesen]

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