Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Makroökonomik

Bevor es zu spät ist

Dieser Text ist am 07. Mai 2018 als Gastbeitrag im Handelsblatt erschienen.

Die Hoffnung, US-Präsident Trump werde nun den Handelskonflikt beilegen, wurde enttäuscht. Durch die Androhung von Einfuhrbeschränkungen hat er den Konflikt noch verschärft. Europa benötigt dringend eine bessere Strategie, zu der auch das Eingeständnis gehört, dass Deutschlands Handelsüberschüsse zu hoch und damit Teil des Problems sind und sich deshalb auch unsere Wirtschafts- und Finanzpolitik ändern muss.

Die Erklärung für die riesigen deutschen Handelsüberschüsse von knapp 250 Milliarden Euro – … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa Geld- und Finanzmärkte Makroökonomik

Risikoteilung mit Marktdisziplin versöhnen – ein deutsch-französisches Reformkonzept für die Eurozone

Eine Gruppe von 14 Ökonominnen und Ökonomen aus Deutschland und Frankreich schlägt heute ein Reformpaket für die Europäische Währungsunion vor. Dessen Umsetzung würde den Euroraum robuster und krisenresistenter machen, für solidere Staatsfinanzen sorgen und mehr Wirtschaftswachstum ermöglichen.

Die gemeinsame Pressemitteilung des DIW Berlin und des ifo Instituts – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. und das Paper Reconciling risk sharing with market discipline: A constructive approach to euro area reform (auch in deutscher Kurzfassung) finden Sie auf den [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa EZB Makroökonomik Wahlen 2017

Statement zur EZB-Ratssitzung am 27. April 2017

Es ist klug und richtig, dass die EZB an ihrem geldpolitischen Kurs festhält und sich vom Störfeuer aus Deutschland nicht ablenken lässt. Vor allem der Druck auf die EZB aus Deutschland, das Anleihenkaufprogramm vorzeitig zu beenden, hat zugenommen. Die EZB handelt richtig, wenn sie diesem Druck standhält, denn die wirtschaftlichen und finanziellen Risiken für den Euroraum sind nach wie vor signifikant.

Die EZB kommt ihrem Mandat der Preisstabilität nur langsam näher, da vor allem die Kerninflation noch immer zu niedrig … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Makroökonomik Wirtschaftspolitik

Statement zur Wahl von Donald Trump als nächsten US-Präsidenten (9.11.2016)

Die deutsche Wirtschaft wird die mit einem Präsidenten Trump verbundenen Herausforderungen voraussichtlich gut meistern. Deutsche Unternehmen sind weltweit breit aufgestellt, wettbewerbsfähig und flexibel. Ich erwarte nicht, dass Deutschlands Handel mit den USA beeinträchtigt wird. Unsere größte Sorge bleibt die Krise in Europa. Die US-Wahlen erfordern einen koordinierten Wachstumsimpuls für Europa dringender denn je. Ich erwarte, dass der Euro weltweit an Wert gewinnt, ähnlich wie während der Finanzkrise 2008, da der Euro eine stabile und sehr glaubwürdige Währung ist.
Die Wahl … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Makroökonomik Ungleichheit Wirtschaftspolitik

„Der Rechtspopulismus ist ein temporäres Phänomen“

Dieses Interview von Marcus Gatzke und Bastian Brauns erschien am 4. Oktober 2016 bei Zeit Online.

In Deutschland gehen Hunderttausende Menschen demonstrieren, um den Inhalt der neuen Freihandelsabkommen TTIP und Ceta zu verändern. In vielen Punkten haben die Protestierer sogar Recht, sagt der Ökonom Marcel Fratzscher und wirft Politikern vor, gescheitert zu sein. Der Weg zurück ins Nationalstaatsdenken jedoch sei eine zwar nachvollziehbare aber falsche Antwort.

ZEIT ONLINE: Herr Fratzscher, in Deutschland ist eine große Mehrheit der Bürger gegen … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik Makroökonomik Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik

Ergänzung: Statement über den Ausgang des Brexit-Referendums

Ein wichtiger Aspekt, der in der Diskussion um einen Brexit vergessen wird, sind die Auswirkungen für die Geldpolitik der EZB. Der Fall der Ölpreise und die schwächere Konjunktur werden die Wirtschaft der Eurozone und Deutschlands wieder in die Deflation treiben. Ich erwarte, dass die EZB nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig ihre Geldpolitik weiter ausweiten wird. Der Brexit bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit eine deutlich längere Nullzinsphase.… [weiterlesen]

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Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik Makroökonomik Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft

Statement zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum OMT-Programm der Europäischen Zentralbank

Das Bundesverfassungsgericht hat eine kluge Entscheidung getroffen und einen Rückzieher von seiner ersten Entscheidung vom Januar 2014 gemacht. Es erkennt mit Blick auf das OMT-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) nun die Autorität und die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs an. Das Nachgeben des Bundesverfassungsgerichts ist weise, weil es einen Konflikt mit dem Europäischen Gerichtshof zu Fragen des europäischen Rechts nur verlieren kann. … [weiterlesen]

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Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik Makroökonomik

Statement zum Zinsentscheid der EZB vom 2. Juni 2016

Die EZB hat klar signalisiert, dass die niedrige Inflation wohl noch länger anhalten wird als bisher befürchtet. Damit hat sich auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Anleihenkaufprogramm über März 2017 hinaus verlängert wird. Die EZB setzt große Hoffnungen in ihre neuen Kredite an Banken, um die Kreditvergabe in der Eurozone zu verbessern, die Wirtschaft zu stärken und somit auch die Inflationsrate zu erhöhen.… [weiterlesen]

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Statement zum Zinsentscheid der EZB vom 21. April 2016

Die EZB hat mit ihrer Entscheidung ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung ihrer expansiven Geldpolitik abgegeben. Es wird kein schnelles Ende der Niedrigzinspolitik der EZB geben. Die Nullzinspolitik wird wohl noch 3 bis 4 Jahre bestehen bleiben.… [weiterlesen]

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„Hubschraubergeld ist sinnvoll“

Dieses Interview von Hannes Koch erschien erstmals am 12. April 2016 in der taz.

taz: Herr Fratzscher, 5.000 Euro als Geschenk für jeden Haushalt von der Europäischen Zentralbank (EZB) – wie aus dem Hubschrauber abgeworfen. Darüber diskutieren Ökonomen. Ist das nicht unrealistisch?

Marcel Fratzscher: Augenblicklich scheint das tatsächlich weithergeholt. Aber es ist auch nicht ausgeschlossen. Auf jeden Fallbrauchen wir die Debatte darüber. In Deutschland werden neue Gedanken manchmal zu schnell vom Tisch gewischt und als Quatsch bezeichnet. Die Idee … [weiterlesen]

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