Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Enteignungen sind nicht notwendig

Dieser Beitrag ist am 3. Mai in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Zwei konträre Schlagzeilen haben am Donnerstag die soziale Marktwirtschaft in den Mittelpunkt der Nachrichten gehoben: Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert schlägt die Kollektivierung von großen Unternehmen vor, was viele als Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft interpretieren. Dagegen fordert die Initiative eines ehemaligen AfD-Mitgliedes die Verankerung der sozialen Marktwirtschaft mit einem Verbot von Enteignungen im Grundgesetz. 

Beide Forderungen gehen aber am wirklichen Punkt vorbei: Nicht die Bedrohung von oder durch die … [weiterlesen]

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Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Schluss mit der Klientelpolitik!

Dieser Beitrag ist am 12. April in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die große Koalition streitet sich über die Rente – mal wieder. Die Parteien haben unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen. Das traurige dabei ist, dass es seit geraumer Zeit nicht mehr um die Frage geht, wie die Rente in Deutschland grundlegend und sinnvoll für alle reformiert werden kann. Es scheint den Parteien stattdessen in erster Linie um Klientelpolitik zu gehen und die Frage, wie sie ihre eigenen … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik

Vergesst die Schwarze Null!


Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Marcel Fratzscher und Claus Michelsen und am 2. März in der WirtschaftsWoche erschienen.

Sparen ist eine deutsche Obsession und nicht immer sinnvoll. Der Investitionsstau in Deutschland wird zu einer immer größeren Bedrohung für Wachstum und Wohlstand. Wir brauchen schnellstens einen Kurswechsel in der Finanzpolitik.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er bekannt gab, dass dem Bundeshaushalt in den kommenden Jahren 25 Milliarden Euro fehlen könnten. Viele sahen die heilige Kuh der Finanzpolitik, … [weiterlesen]

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Uncategorized Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Nur Hartz IV abschaffen reicht nicht

Dieser Beitrag ist am 13. Februar in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die Sozialpolitik scheint seit einigen Jahren oberste Priorität für die Bundesregierung zu haben. Nach Pflege, Gesundheit und Rente geht es nun wieder einmal um die Frage, ob und wie Hartz IV reformiert oder sogar ganz abgeschafft werden kann. Die kurze Antwort lautet, dass Hartz IV nicht ersetzt werden sollte, sondern lediglich sinnvoll durch Maßnahmen ergänzt werden kann, die ganz andere Ziele als Hartz IV verfolgen müssen. Dabei … [weiterlesen]

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Wirtschaftspolitik

2019 wird ein gutes Jahr

Dieser Beitrag ist am 3. Januar in der WELT erschienen.

Was sind die wirtschaftlichen Aussichten für 2019? Ökonomen tun sich schwer mit Prognosen, selbst wenn sie die nahe Zukunft betreffen. Für 2018 hatten viele hohe, wie sich nun herausstellt, viel zu hohe Erwartungen. Aber auch auf dieser Enttäuschung fußt mein Optimismus für 2019. Denn viele Reformen, viele Entwicklungen bleiben unvollendet. Die Erwartungen an das abgelaufene Jahr 2018 waren hoch. Ökonomen hatten mit dem stärksten Wirtschaftswachstum in Deutschland seit Jahrzehnten gerechnet. … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Nicht besser als Frankreich

Dieser Beitrag ist am 21. Dezember in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Seit Wochen destabilisiert der Aufstand der Gelbwesten Frankreich, wirtschaftlich wie politisch. Ein Stein des Anstoßes ist die Abschaffung der Vermögensteuer für Superreiche und die Erhöhung der Benzinsteuer, die vor allem Menschen mit geringen Einkommen belastet. Die Politik tut überrascht und verteidigt sich mit dem Argument, man habe doch auch die Mittelschicht und Geringverdienende in der Vergangenheit entlastet.

In Deutschland schauen wir mit Unverständnis auf Frankreich und … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Ein Deutschlandfonds statt Aktien für Arme

Dieser Beitrag ist am 5. Dezember in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Der Vorschlag von Friedrich Merz, Aktieneigentum steuerlich zu fördern, ist ein Beispiel für eine gut gemeinte Idee. Es ist erfreulich, dass mittlerweile fast alle politischen Parteien erkannt haben, wie groß das Problem der fehlenden Altersvorsorge in Deutschland ist. Nach einer Studie des DIW Berlin muss mehr als die Hälfte derer, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, eine zum Teil massive Einschränkung ihres Lebensstandards hinnehmen,

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Europa Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Wirtschaftspolitik

Statement zum Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission

Italien befindet sich noch immer in der Krise und in einer Ausnahmesituation. Die Wirtschaft ist in den vergangenen zehn Jahren um fünf Prozent geschrumpft, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 30 Prozent und das Land läuft Gefahr, eine ganze Generation junger Menschen zu verlieren. Das größte Problem Italiens ist nicht die hohe Staatsverschuldung, sondern die enorme Arbeitslosigkeit sowie geringes Wachstum und geringe Einkommen. Oberste Priorität der Wirtschaftspolitik muss es sein, Beschäftigung und Wachstum zu schaffen. Dies ist auch die klügste Schuldenpolitik, … [weiterlesen]

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Europa Geld- und Finanzmärkte Wirtschaftspolitik

Lasst Italien Schulden machen!

Dieser Beitrag wurde am 21. Oktober als Gastkommentar auf Welt Online veröffentlicht.

Die Empörung der EU über die neue italienische Regierung ist groß. In ihrem vorgelegten Budget will die sich über die Absprachen der vorherigen italienischen Regierung mit der EU-Kommission hinwegsetzen und ihr Defizit nun langsamer zurückfahren und temporär sogar erhöhen. Absprachen zu brechen ist sicherlich schlecht für das Vertrauen in die gemeinsamen europäischen Regeln. Aber eine ehrliche Analyse zeigt, dass die italienische Regierung mit ihrer geplanten Ausgabenerhöhung durchaus recht … [weiterlesen]

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Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Tag der deutschen Einheit: Der wirtschaftspolitische Kater

Dieser Beitrag ist am 3. Oktober in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

28 Jahre nach der Wiedervereinigung sind viele Menschen, vor allem in den neuen Bundesländern, unzufrieden mit den wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in Ostdeutschland. Dabei zeigt eine nüchterne Betrachtung, dass die Wiedervereinigung wirtschaftlich ein beeindruckender Erfolg war. Kaum zuvor hat eine Volkswirtschaft der Welt je eine so dramatische Veränderung erlebt und so erfolgreich gemeistert wie die ostdeutsche in den Neunzigerjahren. Dieser Erfolg, der hauptsächlich das … [weiterlesen]

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