Geldpolitik Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft ZEIT Kolumne

Steuergeld nicht für Klientelpolitik missbrauchen

Dieser Beitrag ist am 26. Oktober in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Als die Steuerschätzer des Bundesfinanzministeriums im Mai verkündeten, dass sie in den kommenden drei Jahren Mehreinnahmen von über 60 Milliarden Euro erwarteten, weckte das große Begehrlichkeiten der Steuerlobby: Es sei an der Zeit, die Gutverdiener zu entlasten, durch eine Abschaffung des Solis, eine Erhöhung des Einkommensniveaus, ab dem der Spitzensteuersatz greift, oder einer Senkung des Spitzensteuersatzes.

Doch die Politik sollte dringend der Versuchung widerstehen, … [weiterlesen]

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Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Tag der deutschen Einheit: Der wirtschaftspolitische Kater

Dieser Beitrag ist am 3. Oktober in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

28 Jahre nach der Wiedervereinigung sind viele Menschen, vor allem in den neuen Bundesländern, unzufrieden mit den wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in Ostdeutschland. Dabei zeigt eine nüchterne Betrachtung, dass die Wiedervereinigung wirtschaftlich ein beeindruckender Erfolg war. Kaum zuvor hat eine Volkswirtschaft der Welt je eine so dramatische Veränderung erlebt und so erfolgreich gemeistert wie die ostdeutsche in den Neunzigerjahren. Dieser Erfolg, der hauptsächlich das … [weiterlesen]

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Ungleichheit ZEIT Kolumne

Frauen können die Rente retten

Dieser Beitrag ist am 28. September in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die Pläne der großen Koalition gehen die fundamentalen Probleme der Rentenversicherung nicht an. Einige würden lieber künftigen Bundesregierungen die schmerzvollen Reformen überlassen, andere wiederum versprechen eine stabile Rente – ohne jedoch zu sagen, wer diese finanzieren soll. Dabei würde eine einzige, bisher kaum diskutierte Lösung eine stabile und auskömmliche Rente auch langfristig möglich machen: eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen. Dies setzt allerdings einen Mentalitätswandel bei … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft ZEIT Kolumne

Jeder zweite Rentner wird sich einschränken müssen

Dieser Beitrag ist am 14. September in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat mit seiner Forderung nach einer Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2040 eine heftige Diskussion ausgelöst. Einige werfen ihm vor, das sei nicht finanzierbar. Andere beschweren sich, das würde der Rentenkommission der Bundesregierung vorgreifen, die 2020 ihre Empfehlungen vorlegen will. Bei aller Kritik ist diese Diskussion wichtig und dringend notwendig. Denn eine neue Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der … [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Migration Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Sachsen schafft sich ab

Dieser Beitrag ist am 4. September in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die Ausschreitungen in Chemnitz sind ein schlechtes Omen für Sachsens Zukunft. Die Unfähigkeit oder der Unwille von Polizei und Politik, den rechtsradikalen Kräften Einhalt zu gebieten und für Sicherheit zu sorgen, sind nicht nur ein politisches Armutszeugnis. Sie haben auch das Zeug, die soziale und wirtschaftliche Polarisierung in Deutschland voranzutreiben und viele Regionen Ostdeutschlands langfristig weiter abzuhängen. Es kann ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen – … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Ungleichheit ZEIT Kolumne

Das gesetzliche Rentensystem verschärft die Polarisierung

Dieser Beitrag ist am 31. August in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Wie gerecht ist die Rente? Gerechtigkeit ist subjektiv, und jeder beantwortet diese Frage unterschiedlich. Der gegenwärtige Streit um die Zukunft der Rente ignoriert aber, dass Deutschlands gesetzliche Rentenversicherung (GRV) eine massive Umverteilung von unten nach oben betreibt, von einkommensschwachen zu einkommensstarken Menschen. Der Grund: Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland korreliert sehr stark mit ihrem Einkommen. Ärmere Menschen sterben häufig jünger, sie beziehen also … [weiterlesen]

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ZEIT Kolumne

Brückeneinsturz: Genua könnte auch in Deutschland passieren

Dieser Beitrag ist am 17. August in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die Tragödie von Genua hat viele schockiert. Die traurige Wahrheit ist, dass nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland die öffentliche Infrastruktur immer stärker verfällt. In kaum einem westlichen Industrieland investiert der Staat so wenig wie in Deutschland. Deshalb sollte der Brückeneinsturz von Genua ein Weckruf für die deutsche Politik sein, Deutschlands Investitionslücke endlich ernst zu nehmen und eine Kehrtwende in der Investitionspolitik zu … [weiterlesen]

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Migration ZEIT Kolumne

Blue Card: Wir sind doch längst ein Einwanderungsland

Dieser Beitrag ist am 3. August in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

„Lieber Kinder als Inder“. Vor etwa 15 Jahren machte dieser schlimme Spruch die Runde. Er sollte ausdrücken, dass Deutschland nicht auf Zuwanderung angewiesen sein, sondern seine demographischen Probleme allein lösen will. Mittlerweile ist es Konsens, dass Deutschland die Zuwanderung braucht, um seinen wirtschaftlichen Wohlstand und seine Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren.

Ironischerweise bilden gerade Inderinnen und Inder die größte Gruppe derer, die über den Mechanismus der „Blauen … [weiterlesen]

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Migration Ungleichheit ZEIT Kolumne

Arm sind nicht nur Migranten

Dieser Beitrag ist am 01. Juni in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Es ist ein Mythos, dass Ungleichheit und Armut in Deutschland vor allem durch die Zuwanderung begründet sind. Ja, das Armutsrisiko in Deutschland nimmt zu, und eine Erklärung dafür ist in der Tat die zunehmende Migration. Viele der Menschen, die neu ins Land kommen, beziehen zuerst einmal geringe Löhne und Einkommen und sind relativ häufig von Armut bedroht. Aber dies ist eben nur eine Erklärung.

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Für eine kluge Entlastung von Unternehmen

Mit einer großen Steuerreform will US-Präsident Donald Trump amerikanische Unternehmen entlasten. Auch andere Partnerländer Deutschlands wie Frankreich und Belgien sind dabei, die Steuersätze für Unternehmen zu senken. Vor diesem Hintergrund erheben sich auch hierzulande Stimmen – vor allem aus der Ecke der Wirtschaftsverbände –, die für eine Senkung der Einkommen- und Unternehmensteuern werben. Und in der Tat zeigen die geringen privaten Investitionen in Deutschland, dass Unternehmen nicht ausreichend Investitionsanreize haben. Steuersenkungen per Gießkannenprinzip wären jedoch die falsche Antwort.

Unternehmensteuern in … [weiterlesen]

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