2. Januar 2017
nach Marcel Fratzscher
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Ein Lob der Freizügigkeit

Dieser Beitrag ist am 1. Januar 2017 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) erschienen.

Deutschland braucht Zuwanderung – heute mehr denn je. Wer neue Barrieren aufbauen will, begräbt die europäische Idee.

In Deutschland ist eine Debatte darüber entbrannt, ob wir die Zuwanderung anderer EU-Bürger beschränken sollten. Unter den Schlagworten “Zuwanderung in die Sozialsysteme” oder “Kinder als Geschäftsmodell” wird suggeriert, andere Europäer kämen in unser Land mit dem Ziel, unser Sozialsystem auszunutzen. Dies ist billigster Populismus, der von den Fakten widerlegt

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15. Dezember 2016
nach Marcel Fratzscher
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Ist die Ungleichheit schuld?

Dieses Streitgespräch mit Clemens Fuest ist am 15. Dezember auf ZEITONLINE erschienen.

DIE ZEIT: Donald Trump, der Brexit, in Deutschland der Erfolg der AfD – erleben wir gerade den Aufstand der Verlierer, Herr Fratzscher?

Marcel Fratzscher: Das Wort Verlierer ist mir zu hart, aber die Ursache dieser Phänomene ist überall eine ähnliche: Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass es ungerecht zugeht, sie erkennen, dass sie in ihren Chancen und Freiheiten beschnitten werden, dass es den eigenen Kindern nicht besser

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8. Dezember 2016
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Statement zur EZB-Entscheidung vom 08.12.2016

Die EZB-Entscheidung ist weise und ausgewogen. Sie mag viele in Deutschland enttäuschen. Die Verlängerung des Anleihenkaufprogramms ist unausweichlich, da die wirtschaftlichen Risiken für den Euroraum noch immer erheblich sind und die EZB ihr Mandat der Preisstabilität wohl auch 2019 noch nicht ganz erreichen wird.

Die Entscheidung ist weise, da sie der EZB alle Optionen offen hält. Die EZB hat sich durch die Änderungen am Anleihenkaufprogramm mehr Flexibilität erkauft. Die Entscheidung der EZB bedeutet, dass die Niedrigzinsphase länger als von vielen

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25. November 2016
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Statement zum Rentenkonzept von Andrea Nahles (25.11.2016)

Wenn es nach diesem Gesamtkonzept geht, gibt die Bundesregierung Geld aus, das sie nicht hat, und nimmt es von Menschen, die meist noch nicht wählen können. Das Rentenkonzept hat einige gute und wichtige Elemente, wie die Angleichung der Renten in Ost und West, die Solidarrente, die Stärkung der betrieblichen Vorsorge und die Flexibilisierung des Renteneintrittsalters. Die Haltelinien beim Rentenniveau und Beitragssatz sind allerdings verantwortungslos und gehen zu Lasten der jungen Menschen in Deutschland.
Die Politik sollte nicht versuchen, das Thema

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4. November 2016
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„Deutschland muss zukunftsfähig gemacht werden“

Dieses Gespräch mit Liane von Billerbeck erschien am 3.11 im Deutschlandradio Kultur

Die Bundesregierung nutze die derzeitige gute wirtschaftliche Ausgangslage nicht für Zukunftsreformen und notwendige Investitionen, kritisiert Marcel Fratzscher, Präsident des DIW. Mit der demografischen Wende stehe das Land vor großen Herausforderungen.

Liane von Billerbeck: Haben die Wirtschaftsweisen recht?

Fratzscher: Sie haben sicherlich in vielen Punkten recht, ja. Denn in Deutschland ist ja heute die Wahrnehmung: Uns geht es gut. Wir haben sicherlich eine niedrige Arbeitslosenquote, so niedrig wie seit

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13. Oktober 2016
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Von wegen soziale Marktwirtschaft

Die Ungleichheit von Chancen und Vermögen gefährdet die Leistungsfähigkeit Deutschlands

Widerspruch zu den Thesen von Clemens Fuest und Rainer Kirchdörfer: Die Ungleichheit der Löhne ist seit Hartz IV gesunken. Dass sie auf lange Sicht gestiegen ist, hat gute Gründe: Heute arbeiten mehr Frauen, Ältere, Hochqualifizierte.

Clemens Fuest und Rainer Kirchdörfer kritisieren in der ZEIT (Nr. 41/16) diese Aussagen und damit die Kernbotschaft meines Buches Verteilungskampf. Jedoch verstricken sie sich in einen grundlegenden Widerspruch und interpretieren die Fakten falsch. Falsch

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23. September 2016
nach Marcel Fratzscher
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Globalisierung ist der falsche Sündenbock

Der Gastbeitrag ist am 22. September 2016 auf welt.de erschienen.

Schuld an steigender Ungleichheit und der Zunahme prekärer Jobs sei die internationale Arbeitsteilung, heißt es oft. Dabei sind die Ursachen für diese wichtigen sozialen Probleme ganz andere.

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5. September 2016
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Statement zum Faktencheck des IW Köln zum Thema Ungleichheit

Ich freue mich, dass das IW Köln sich zu der wichtigen und immer bedeutenderen Diskussion zur Ungleichheit in Deutschland äußert. Es ist vor allem auch wichtig, eine intensive Diskussion über die Ungleichheit der Markteinkommen zu führen, die in Deutschland im internationalen Vergleich hoch ist, denn diese sind die zentrale Säule der sozialen Marktwirtschaft, in der ein jeder für sich „Verantwortung“ übernehmen kann.

Es ist irreführend, die Ungleichheit heute mit der zum historischen Höhepunkt im Jahr 2005 zu vergleichen. Dass die

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30. August 2016
nach Marcel Fratzscher
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Missbrauch der Globalisierung

Dieser Blogbeitrag ist am 30. August 2016 als Gastbeitrag im Handelsblatt erschienen.

Missbraucht Deutschland die Globalisierung zu seinem Vorteil und auf Kosten anderer? Viele Regierungen, Unternehmen und Ökonomen weltweit sind fest davon überzeugt. Christine Lagarde, die heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), beklagte als französische Finanzministerin im Jahr 2010, dass Deutschland im globalen Wettbewerb mit gezinkten Karten spiele und sich durch Lohndumping Wettbewerbsvorteile verschaffe.

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15. Juni 2016
nach Marcel Fratzscher
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„Das hat mich schockiert“

Dieses Interview von Anja Krüger und Martin Reeh erschien erstmals am 14. Juni 2016 bei Taz.de

taz: Herr Fratzscher, Sie haben gerade ein viel beachtetes Buch über die wachsende soziale Ungleichheit in Deutschland veröffentlicht. Haben Sie persönliche Erfahrungen damit?

Marcel Fratzscher: Ich selbst hatte viel Glück und bin sehr privilegiert aufgewachsen. Aber ich habe eine Zeit in Indonesien gelebt, wo es den Menschen deutlich schlechter geht. Wahrscheinlich kam der entscheidende Anstoß zu dem Buch aber aus Berlin: Dass hier einer

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