ZEIT Kolumne

Brückeneinsturz: Genua könnte auch in Deutschland passieren

Dieser Beitrag ist am 17. August in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die Tragödie von Genua hat viele schockiert. Die traurige Wahrheit ist, dass nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland die öffentliche Infrastruktur immer stärker verfällt. In kaum einem westlichen Industrieland investiert der Staat so wenig wie in Deutschland. Deshalb sollte der Brückeneinsturz von Genua ein Weckruf für die deutsche Politik sein, Deutschlands Investitionslücke endlich ernst zu nehmen und eine Kehrtwende in der Investitionspolitik zu … [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft

Gönnt deutschen Kommunen das Gleiche wie Griechenland!

Der Beitrag ist am 05. Juli 2018 als Gastbeitrag in der Welt erschienen.

Der Bundestag hat jüngst einer Umstrukturierung der Schulden für Griechenland zugestimmt und damit den Weg frei gemacht für eine letzte Tranche aus dem Hilfspaket und vor allem für Schuldenerleichterungen. Mit diesem Beschluss, der einem Schuldenschnitt gleich kommt, wird die Regierung in Athen wieder handlungsfähig, um nötige Reformen umzusetzen und Eigenverantwortung zu übernehmen. Eine Entscheidung, die auch im Interesse Deutschlands richtig ist.

Allen kritischen Stimmen aus Deutschland … [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Für eine kluge Entlastung von Unternehmen

Mit einer großen Steuerreform will US-Präsident Donald Trump amerikanische Unternehmen entlasten. Auch andere Partnerländer Deutschlands wie Frankreich und Belgien sind dabei, die Steuersätze für Unternehmen zu senken. Vor diesem Hintergrund erheben sich auch hierzulande Stimmen – vor allem aus der Ecke der Wirtschaftsverbände –, die für eine Senkung der Einkommen- und Unternehmensteuern werben. Und in der Tat zeigen die geringen privaten Investitionen in Deutschland, dass Unternehmen nicht ausreichend Investitionsanreize haben. Steuersenkungen per Gießkannenprinzip wären jedoch die falsche Antwort.

Unternehmensteuern in … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Makroökonomik

Bevor es zu spät ist

Dieser Text ist am 07. Mai 2018 als Gastbeitrag im Handelsblatt erschienen.

Die Hoffnung, US-Präsident Trump werde nun den Handelskonflikt beilegen, wurde enttäuscht. Durch die Androhung von Einfuhrbeschränkungen hat er den Konflikt noch verschärft. Europa benötigt dringend eine bessere Strategie, zu der auch das Eingeständnis gehört, dass Deutschlands Handelsüberschüsse zu hoch und damit Teil des Problems sind und sich deshalb auch unsere Wirtschafts- und Finanzpolitik ändern muss.

Die Erklärung für die riesigen deutschen Handelsüberschüsse von knapp 250 Milliarden Euro – … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik

Deutschland braucht Investitionen statt Wahlgeschenke

Dieser Text ist am 03. Mai 2018 als Gastbeitrag auf Spiegel Online erschienen.

Der erste Haushalt der neuen Bundesregierung ist ein schwieriger Balanceakt. Er verspricht Überschüsse mit einem Schuldenabbau bei gleichzeitig deutlich höheren Ausgaben.

Zu weiteren Forderungen, wie Mehrausgaben für Verteidigung und Entwicklungshilfe, wird der neue Bundesfinanzminister Olaf Scholz sehr bald eine klare Ansage machen müssen, um den Begehrlichkeiten Einhalt zu gebieten. Die zentrale Frage ist, ob die neue Bundesregierung es wirklich ernst meint und den Zukunftsinvestitionen höchste Priorität einräumt, … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Deutschlands neue innerdeutsche Grenze

Dieser Beitrag ist am 9. März in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

In fast keinem anderen westlichen Land sind die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Regionen so groß wie in Deutschland. Diese überraschende Erkenntnis der OECD steht im Widerspruch zum Anspruch unseres Grundgesetzes. Es verpflichtet nämlich die Politik dazu, allen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland gleichwertige Lebensbedingungen zu gewährleisten – unabhängig von ihrem Wohnort. Diese regionale Ungleichheit spaltet Deutschland und ist eine große Herausforderung für die Politik.

Es gibt … [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Wirtschaftspolitik

Die Widersprüche der Wirtschaftsweisen

Dieser Gastbeitrag ist am 8. November bei SPIEGEL ONLINE erschienen.

Die Wirtschaft drohe zu überhitzen, die Umverteilung müsse ein Ende haben, warnen die Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten. Das Gremium widerspricht sich jedoch an entscheidenden Stellen selbst.

„Für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik“: Unter diesem Titel stellt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am Mittwoch sein neues Jahresgutachten vor. Die Wirtschaftsweisen fordern darin von der neuen Bundesregierung eine Neujustierung der Wirtschaftspolitik, die den Wohlstand in Deutschland langfristig sichern soll. Trotz vieler guter … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Entlastet die Armen!

Dieser Beitrag ist am 3. November in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags wäre wirtschaftlicher Unsinn. Das Geld sollte stattdessen in alle strukturschwachen Regionen fließen – egal ob in Ost oder West.

In den aktuellen Koalitionsgesprächen streiten die Parteien heftig darüber, wie sie die hohen Haushaltsüberschüsse unter die Wähler bringen können. Sinnvoller wäre es allerdings, die Überschüsse klug in die Zukunft zu investieren: Die Herausforderungen der kommenden Jahre sind enorm und lang anhaltend – … [weiterlesen]

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Europa Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Die Regierung muss endlich Geld ausgeben

Dieser Beitrag ist am 1. September in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Erfolg gibt es nur mit den besten Rahmenbedingungen. Dafür braucht es deutlich höhere öffentliche Investitionen in Bildung, Innovation und Infrastruktur.

Deutschlands Wirtschaftsboom hat uns viel internationale Anerkennung eingebracht. Doch der Erfolg hat die deutsche Politik so träge gemacht, dass sie den Blick für notwendige wirtschaftspolitische Weichenstellungen wieder schärfen muss. Es ist an der Zeit, einen wirtschaftlichen Richtungswechsel einzuläuten.

Man ist hierzulande zu Recht stolz auf … [weiterlesen]

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Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik ZEIT Kolumne

Der deutsche Sparirrsinn

Dieser Beitrag ist am 17. Februar in der ZEIT ONLINE– Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Deutschland erwirtschaftet große Exportüberschüsse, der Gewinn aber wird im Ausland verzockt. Die Lösung lautet: in Deutschland investieren.

Seit dem Jahr 2000 hat jeder Deutsche einen durchschnittlichen Verlust von durchschnittlich 7.500 Euro im Ausland erlitten. Wie? Hat unser Land volkswirtschaftlich betrachtet wegen der Rekord-Exportüberschüsse nicht viel mehr Geld von seinen ausländischen Partnern eingenommen als umgekehrt? Ja, die deutschen Unternehmen und somit auch die Bürgerinnen und … [weiterlesen]

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