Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik ZEIT Kolumne

Der deutsche Sparirrsinn

Dieser Beitrag ist am 17. Februar in der ZEIT ONLINE– Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Deutschland erwirtschaftet große Exportüberschüsse, der Gewinn aber wird im Ausland verzockt. Die Lösung lautet: in Deutschland investieren.

Seit dem Jahr 2000 hat jeder Deutsche einen durchschnittlichen Verlust von durchschnittlich 7.500 Euro im Ausland erlitten. Wie? Hat unser Land volkswirtschaftlich betrachtet wegen der Rekord-Exportüberschüsse nicht viel mehr Geld von seinen ausländischen Partnern eingenommen als umgekehrt? Ja, die deutschen Unternehmen und somit auch die Bürgerinnen und … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik

Statement zum Rentenkonzept von Andrea Nahles

Wenn es nach diesem Gesamtkonzept geht, gibt die Bundesregierung Geld aus, das sie nicht hat, und nimmt es von Menschen, die meist noch nicht wählen können. Das Rentenkonzept hat einige gute und wichtige Elemente, wie die Angleichung der Renten in Ost und West, die Solidarrente, die Stärkung der betrieblichen Vorsorge und die Flexibilisierung des Renteneintrittsalters. Die Haltelinien beim Rentenniveau und Beitragssatz sind allerdings verantwortungslos und gehen zu Lasten der jungen Menschen in Deutschland.
Die Politik sollte nicht versuchen, das Thema … [weiterlesen]

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Uncategorized Wirtschaftspolitik

Die große Chance

Dieser Gastbeitrag wurde am 30. Oktober auf  Handelsblatt veröffentlicht.

Das Flüchtlingsthema hat zu einer kontroversen Diskussion über die wirtschaftlichen Folgen für unser Land geführt, die häufig auf falschen Informationen basieren. Viele Menschen haben Sorge, dass die Ausgaben für Flüchtlinge ihre Ansprüche auf Leistungen und Unterstützung beschränken könnten oder dass ihre Löhne und Arbeitsplätze gefährdet seien. Diese Diskussionen werden zu einem Verteilungskampf hochstilisiert.… [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Wirtschaftspolitik

„Das dritte Hilfsprogramm für Griechenland ist ein Erfolg“

Die schnelle Einigung auf ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland ist ein Erfolg. Beide Seiten haben aus ihren Fehlern der ersten beiden Hilfsprogramme gelernt. Sie sind von der Wirklichkeit der tiefen wirtschaftlichen und humanitären Misere in Griechenland eingeholt worden. Die Gläubiger kommen Griechenland bei den Staatsausgaben entgegen, in dem sie eine weniger ambitionierte Konsolidierung verordnen. Die griechische Regierung verpflichtet sich zu vielen weiteren, tiefgreifenden Reformen. … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa Geld- und Finanzmärkte Wirtschaftspolitik

Reformliste Griechenlands: Kompromiss zielführend, aber viele offene Fragen

Der Kompromiss zu Griechenlands Reformvorschlägen ist weise und zielführend. Die Korruption zu bekämpfen, Steuereinnahmen zu erhöhen und die Bürokratie zu verbessern sind die richtigen Prioritäten. Auch eine Erhöhung der Ausgaben zur sozialen Sicherung und Armutsbekämpfung schwächen nicht die Reformen, sondern erhöhen ihre Legitimität und damit ihre Erfolgschancen. Nur wenn die griechische Regierung zumindest einen Teil ihrer Wahlversprechen umsetzen kann, wird der Reformkurs von der Bevölkerung akzeptiert werden und erfolgreich sein können.

Diese Einigung war jedoch der leichteste Teil der Verhandlungen. … [weiterlesen]

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Geldpolitik Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik

Haushaltspolitik: Schäubles schwarze Null sendet ein fatales Signal

Dieser Artikel wurde erstmals als Gastbeitrag auf Spiegel Online vom 13. Oktober 2014 veröffentlicht.

Die Bundesregierung hat erneut ihren Willen bekundet, an einer schwarzen Null, also einem ausgeglichenen Bundeshaushalt für 2015, festzuhalten. Für manche mag ein ausgeglichener Haushalt wie eine solide Finanzpolitik aussehen. Sie bedeutet jedoch das Gegenteil: sie könnte die deutsche Wirtschaft schwächen und Arbeitsplätze gefährden. Und sie sendet ein fatales Signal an die deutsche Wirtschaft und an Europa.… [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Makroökonomik Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik

Statement zum Vorschlag die EU-Defizitkriterien zu verändern

Höhere Defizite werden in der Praxis bereits seit längerem still schweigend hingenommen. Die Krisenländer, aber auch EU-Staaten wie Frankreich, verfehlen ihre Defizitvorgaben, da sie angesichts der tiefen Krise ihre öffentlichen Haushalte nicht so schnell sanieren können oder wollen. Gabriels Vorschlag, höhere Defizite zuzulassen, aber eng an Reformen zu knüpfen, ist daher richtig. Es fehlt jedoch eine zweite Bedingung, die für den Erfolg einer solchen Strategie unabdingbar ist: Die Regierungen müssen sich nicht nur zu Reformen verpflichten, sondern auch einen konkreten … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft

„Wer weise ist, investiert jetzt in Schwellenländer“

Interview von David Böcking und Christian Rickens, veröffentlicht auf Spiegel Online am 9. September 2013

SPIEGEL ONLINE: Herr Professor Fratzscher, in den neunziger Jahre sind die asiatischen Staaten schon einmal rasant gewachsen, dann platzte die Blase. Sie haben die Asien-Krise damals aus nächster Nähe erlebt, unter anderem als Berater des indonesischen Finanzministers. Heute kämpfen Schwellenländer wie China, Indien oder Indonesien erneut mit schwachem Wachstum, es gibt erste Anzeichen einer Kapitalflucht. Wiederholt sich die Geschichte?

Marcel Fratzscher: Viele Schwellenländer stehen vor … [weiterlesen]

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