Geldpolitik Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft ZEIT Kolumne

Steuergeld nicht für Klientelpolitik missbrauchen

Dieser Beitrag ist am 26. Oktober in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Als die Steuerschätzer des Bundesfinanzministeriums im Mai verkündeten, dass sie in den kommenden drei Jahren Mehreinnahmen von über 60 Milliarden Euro erwarteten, weckte das große Begehrlichkeiten der Steuerlobby: Es sei an der Zeit, die Gutverdiener zu entlasten, durch eine Abschaffung des Solis, eine Erhöhung des Einkommensniveaus, ab dem der Spitzensteuersatz greift, oder einer Senkung des Spitzensteuersatzes.

Doch die Politik sollte dringend der Versuchung widerstehen, … [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Für eine kluge Entlastung von Unternehmen

Mit einer großen Steuerreform will US-Präsident Donald Trump amerikanische Unternehmen entlasten. Auch andere Partnerländer Deutschlands wie Frankreich und Belgien sind dabei, die Steuersätze für Unternehmen zu senken. Vor diesem Hintergrund erheben sich auch hierzulande Stimmen – vor allem aus der Ecke der Wirtschaftsverbände –, die für eine Senkung der Einkommen- und Unternehmensteuern werben. Und in der Tat zeigen die geringen privaten Investitionen in Deutschland, dass Unternehmen nicht ausreichend Investitionsanreize haben. Steuersenkungen per Gießkannenprinzip wären jedoch die falsche Antwort.

Unternehmensteuern in … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Ungleichheit Wirtschaftspolitik

Schafft das Ehegattensplitting endlich ab

Dieser Beitrag ist am 8. Januar bei SPIEGEL ONLINE erschienen. Co-Autorin dieses Gastbeitrags ist Katharina Wrohlich, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Gender Studies am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Deutschland in vieler Hinsicht deutlich höher als in vergleichbaren Ländern. Bei Löhnen, Steuern, Arbeitszeit, Karrierechancen, Rente und Armut stehen Frauen im Vergleich zu Männern hierzulande deutlich schlechter da als in anderen westlichen Staaten. Dafür gibt es viele Gründe, einer davon ist das Ehegattensplitting.

Deshalb … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Mehr Freiheit? Von wegen

Dieser Beitrag ist am 15. Dezember in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen. Co-Autorin dieses Beitrags ist Katharina Wrohlich, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Gender Studies am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Schafft die steuerliche Entlastung von Ehen Freiheit und Gerechtigkeit? So argumentieren zumindest einige, nachdem an dieser Stelle kürzlich gegen das Ehegattensplitting plädiert wurde. Es lohnt sich daher, noch genauer hinzuschauen und diesen Mechanismus in unserem Steuersystem auf diese beiden Eigenschaften zu prüfen. Hier zeigt sich aber, dass … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Frauen und Kinder fördern – nicht Hochzeiten

Dieser Beitrag ist am 1. Dezember in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Egal, wie die zukünftige Regierung in Deutschland aussieht: Steuern werden höchst wahrscheinlich ein zentrales Streitthema zwischen den Koalitionären sein. Schließlich liegt es im Wesen von Parteien, dass sie Entlastungen für ihre Wähler durchboxen wollen.

Ein Aspekt kam in den Wahlprogrammen, aber auch in den gescheiterten Sondierungsgesprächen auffällig wenig vor: die systematische Benachteiligung von Frauen durch das Steuer- und Abgabesystem. Dabei richtet diese Diskriminierung einen massiven … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wahlen 2017 ZEIT Kolumne

Senkt die Mehrwertsteuer!

Dieser Beitrag ist am 26. Mai in der ZEIT ONLINE–Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

Ärmere Menschen in Deutschland werden steuerlich ähnlich hoch belastet wie reichere. Wer Geringverdiener entlasten will, darf nicht bei der Einkommensteuer ansetzen.

Glaubt man den politischen Parteien, dann scheint die Steuerlast in Deutschland ungerecht verteilt zu sein. Sie überbieten sich im Bundestagswahlkampf mit Versprechen von Steuererleichterungen an ihre Wähler oder mit Forderungen nach Steuererhöhungen für Reiche. Die hohen fiskalischen Überschüsse von fast 24 Milliarden Euro im … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Kein Neid, bitte

Dieser Beitrag ist am 3. Februar in der ZEIT ONLINE– Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

„Zeit für Gerechtigkeit“ hat Martin Schulz als Motto seines Wahlkampfs gegen Angela Merkel ausgegeben. In einem Land, in dem 70 Prozent der Menschen die Ungleichheit als zu hoch empfinden, wird der Slogan auf offene Ohren treffen. Aber die Frage der Gerechtigkeit ist nicht diejenige, um die es jetzt gehen sollte. Anders als Ungleichheit, die belegt und deren Auswirkungen bemessen werden kann, ist Gerechtigkeit etwas … [weiterlesen]

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Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Ungleichheit Wirtschaftspolitik

„Ehegattensplitting begünstigt die, die viel haben“

Dieses Interview von Birgit Marshall erschien erstmals am 29. März bei RP Online.

RP Online: Sie warnen in Ihrem neuen Buch „Verteilungskampf“ vor wachsender Ungleichheit. Warum gerade jetzt, wo doch die Lohneinkommen wieder deutlicher steigen?

Fratzscher: Deutschland ist eines der Industrieländer mit der höchsten Ungleichheit bei privaten Vermögen. Nirgendwo in der Euro-Zone ist die Ungleichheit so groß wie in Deutschland. Unser größtes Problem ist die geringe Chancengleichheit. Unser Bildungssystem legt vielen Menschen hohe Barrieren in den Weg. … [weiterlesen]

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Europa Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik

„Nach sieben Jahren bringt ein Flüchtling dem Staat Geld“

Dieses Interview von Martin Greive erschien erstmals am 4. November 2015 in DIE WELT.

DIE WELT: Herr Fratzscher, viele Deutsche fürchten wegen der Flüchtlingskrise steigende Steuern und Sozialbeiträge. Zu recht?

Marcel Fratzscher: Ich finde es schockierend, wie einseitig die Debatte geführt wird. Der Fokus liegt allein auf angeblich drohenden Steuererhöhungen und Transferzahlungen. … [weiterlesen]

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