Ungleichheit Wirtschaftspolitik ZEIT Kolumne

Wer wenig verdient, kann nicht sparen

Dieser Beitrag ist am 6. Januar in der ZEIT ONLINE- Kolumne „Fratzschers Verteilungsfragen“ erschienen.

In Deutschland sind Vermögen so ungleich verteilt wie in kaum einem Land der Eurozone. Der Sozialstaat kann das nicht auffangen. Es braucht endlich gerechte Politik.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte keine frohe Weihnachtsbotschaft: Laut ihrer neuesten Erhebung hat Deutschland mit die höchste Ungleichheit bei privaten Vermögen in der Eurozone. Dabei ist das Problem nicht, dass in kaum einem Land die reichsten zehn Prozent so … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik

Ist die Ungleichheit schuld?

Dieses Streitgespräch mit Clemens Fuest ist am 15. Dezember auf ZEITONLINE erschienen.

DIE ZEIT: Donald Trump, der Brexit, in Deutschland der Erfolg der AfD – erleben wir gerade den Aufstand der Verlierer, Herr Fratzscher?

Marcel Fratzscher: Das Wort Verlierer ist mir zu hart, aber die Ursache dieser Phänomene ist überall eine ähnliche: Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass es ungerecht zugeht, sie erkennen, dass sie in ihren Chancen und Freiheiten beschnitten werden, dass es den eigenen Kindern nicht besser … [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Wirtschaftspolitik

Unser Amerikanischer Traum

Dieser Beitrag ist am 29. November 2016 in der Süddeutschen Zeitung erschienen. 

Wie groß muss die Verzweiflung der Amerikaner sein, dass sie einen Menschen wie Donald Trump zum Präsidenten gewählt haben? Die Entscheidung vom 8. November ist vor allem das Resultat wachsender sozialer Ungleichheit und des Scheiterns des American Dream: Eine Mehrheit der Amerikaner hat realisiert, dass ihr Ideal von Eigenverantwortung, Freiheit und Chancengleichheit nur noch eine Illusion ist. Sie klammern sich nun an das Versprechen von Trump, ihnen … [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Ungleichheit Wirtschaftspolitik

„Deutschland muss zukunftsfähig gemacht werden“

Dieses Gespräch mit Liane von Billerbeck erschien am 3.November im Deutschlandradio Kultur

Die Bundesregierung nutze die derzeitige gute wirtschaftliche Ausgangslage nicht für Zukunftsreformen und notwendige Investitionen, kritisiert Marcel Fratzscher, Präsident des DIW. Mit der demografischen Wende stehe das Land vor großen Herausforderungen.

Liane von Billerbeck: Haben die Wirtschaftsweisen recht?

Fratzscher: Sie haben sicherlich in vielen Punkten recht, ja. Denn in Deutschland ist ja heute die Wahrnehmung: Uns geht es gut. Wir haben sicherlich eine niedrige Arbeitslosenquote, so niedrig wie seit … [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Ungleichheit Wirtschaftspolitik

Von wegen soziale Marktwirtschaft

Widerspruch zu den Thesen von Clemens Fuest und Rainer Kirchdörfer: Die Ungleichheit der Löhne ist seit Hartz IV gesunken. Dass sie auf lange Sicht gestiegen ist, hat gute Gründe: Heute arbeiten mehr Frauen, Ältere, Hochqualifizierte.

Clemens Fuest und Rainer Kirchdörfer kritisieren in der ZEIT (Nr. 41/16) diese Aussagen und damit die Kernbotschaft meines Buches Verteilungskampf. Jedoch verstricken sie sich in einen grundlegenden Widerspruch und interpretieren die Fakten falsch. Falsch ist ihre Behauptung, die Ungleichheit der Einkommen sei über die … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik

Ungleichheit und die Soziale Marktwirtschaft

Der Gastbeitrag ist am 29. September 2016 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen.

Umfragen zufolge empfinden 80 Prozent der Bürger die soziale Ungleichheit in Deutschland als zu hoch. Dem stehen Gegner gegenüber, die behaupten, diese Menschen ließen sich von “gebeugten Statistiken” manipulieren, so auch Patrick Bernau im Leitartikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 24. August. Dagegen sei Deutschland eines der sozialsten Länder der Welt, in dem Ungleichheit “relativ klein” und kein seriöses Thema sei. Ist dem so? Lassen sich wirklich … [weiterlesen]

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Ungleichheit

Die verquere Logik des Club of Rome

Der Gastbeitrag ist am 15. September 2016 auf Spiegel Online erschienen.

Der Club of Rome fordert, Frauen zu bestechen, damit sie weniger Kinder bekommen. Was für ein Unsinn.

Der Club of Rome hat mit seinem neuen Bericht „Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen“ für Aufsehen gesorgt. Zwar identifiziert der Bericht der beiden Autoren Jorgen Randers und Graeme Maxton zu Recht die hohe Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und den Klimawandel als drei zentrale Probleme unserer Zeit. … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik

Statement zum Faktencheck des IW Köln zum Thema Ungleichheit

Ich freue mich, dass das IW Köln sich zu der wichtigen und immer bedeutenderen Diskussion zur Ungleichheit in Deutschland äußert. Es ist vor allem auch wichtig, eine intensive Diskussion über die Ungleichheit der Markteinkommen zu führen, die in Deutschland im internationalen Vergleich hoch ist, denn diese sind die zentrale Säule der sozialen Marktwirtschaft, in der ein jeder für sich „Verantwortung“ übernehmen kann.

Es ist irreführend, die Ungleichheit heute mit der zum historischen Höhepunkt im Jahr 2005 zu vergleichen. Dass die … [weiterlesen]

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Ungleichheit Wirtschaftspolitik

Gender Pay Gap und Chancengleichheit

Der Gastbeitrag ist ähnlicher Form am 20. Juni 2016 auf SPIEGELONLINE erschienen.

Die hitzige Diskussion über das Gesetz der Entgeltgleichheit, das eine Diskriminierung bei Löhnen zwischen Männern und Frauen beheben soll, zeigt, wie befangen die deutsche Gesellschaft ist. Eine neue Studie des IW Köln behauptet, die Ungleichheit der Löhne zwischen Männern und Frauen in Deutschland beruhe zum größten Teil auf „freien Entscheidungen“ der Bürger und Bürgerinnen, nicht auf Diskriminierung zwischen den Geschlechtern. Diese Behauptung zeigt ein verqueres Verständnis von Chancengleichheit … [weiterlesen]

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