Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa EZB Geld- und Finanzmärkte

Warum die Zinsen niedrig bleiben müssen

Dieser Beitrag ist am 10. Juni auf SPIEGEL ONLINE erschienen.

In Deutschland sind viele enttäuscht über die Aussicht auf ein behutsames Ende der Niedrigzinspolitik, wie es die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag angekündigt hat. Die Hoffnung, die EZB könne bald die Zinsen anheben, ist jedoch eine Illusion. Es hängt nicht von der Zentralbank ab, wie schnell die Geldpolitik sich normalisiert, sondern vor allem vom Willen der europäischen Staats- und Regierungschefs – also auch der Bundesregierung -, die Währungsunion endlich ernsthaft … [weiterlesen]

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Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik

Kommentar zu Zinserhöhung der US-Notenbank Fed

Die Entscheidung für eine Zinserhöhung der Federal Reserve war überfällig. Die amerikanische Wirtschaft ist robust und weit stärker als die europäische.  Ich erwarte mindestens zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr.

Die Gefahr ist allerdings groß, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen zu langsam anhebt und sich somit die Risiken für die Finanzstabilität erhöhen.

Durch die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den USA ist die Europäische Zentralbank unter Druck, ihre expansive Geldpolitik nicht vorschnell zu beenden. Die langfristigen Zinsen sind dadurch … [weiterlesen]

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EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik

Statement zur EZB-Ratssitzung

Die EZB tut gut daran, ihre Politik auf die mittelfristige Preisstabilität auszurichten und nicht auf kurzfristige Preisschwankungen zu reagieren. Forderungen nach einem vorzeitigen Ausstieg der EZB aus ihrer expansiven Geldpolitik sind verfehlt und verfrüht. Die dynamische Preisentwicklung der vergangenen zwei Monate spiegelt in erster Linie eine Normalisierung der Energiepreise wieder. Die Wirtschaft des Euroraums ist nach wie vor zu schwach und die Arbeitslosigkeit zu hoch, um eine schnelle Rückkehr zur Preisstabilität und damit ein vorzeitiges Ende der expansiven Geldpolitik zu … [weiterlesen]

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EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik

Statement zur EZB-Ratssitzung vom 19.01.2017

EZB Präsident Draghi hat klar signalisiert, dass die EZB ihren gegenwärtigen Kurs fortsetzen wird. Der Anstieg der Inflation ist eine positive, willkommene Entwicklung für alle. Gerade wir Deutschen sollten die positive Inflationsentwicklung begrüßen. Je früher die Inflation in der Eurozone wieder an das Inflationsziel von zwei Prozent heranreicht, desto schneller kann die EZB ihre expansive Geldpolitik beenden.… [weiterlesen]

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Konjunktur, Wachstum, Wirtschaftsstruktur Ungleichheit

Unsere Zukunft wird verramscht

Dieser Beitrag ist am 6. Januar in der WirtschaftsWoche erschienen.

Deutschland geht es blendend. Aber statt unser Land zukunftsfest zu machen, verteilt die Politik Geschenke.

Deutschland beginnt dieses Jahr auf dem Höhepunkt. In keinem Januar in den vergangenen drei Jahrzehnten standen die deutsche Wirtschaft und der Sozialstaat besser da. Die Arbeitslosenquote liegt auf dem niedrigsten Stand seit 1991, die Erwerbsquote, gerade unter Frauen, war nie höher, die deutschen Unternehmen erzielen riesige Exporterlöse und der Bundesfinanzminister verwaltet die größten Überschüsse seit … [weiterlesen]

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Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft

„Reformen auf Vorrat“: Europa will aus der Griechenlandkrise nicht lernen

Dieser Gastbeitrag wurde am 9. Mai 2016 auf Spiegel Online veröffentlicht.

Wieder einmal spitzt sich der Konflikt zwischen Griechenland und seinen europäischen Geldgebern zu. Nach dem Drama des vergangenen Sommers, bei dem Griechenland nur knapp dem Grexit und einem ökonomischen Desaster entging, könnte es in diesem Sommer nun zum nächsten Showdown kommen – auch weil Europa noch immer nichts aus der Krise gelernt zu haben scheint und alte Fehler wiederholt. Dies zeigt sich bei den geforderten „Reformen auf Vorrat“ und … [weiterlesen]

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Europa EZB Geldpolitik

Draghis Dilemma

Der Gastkommentar ist am 21. April 2016 auf dw.com erschienen.

Europa befindet sich nach wie vor in einer tiefen Krise. Dabei handelt es sich sowohl um eine Wirtschaftskrise, eine Bankenkrise und eine Schuldenkrise. Diese Kombination macht es so schwierig und langwierig für Europa, sich zu erholen. In diesem Kontext agiert die Europäische Zentralbank (EZB) und befindet sich zur Zeit in einem schwierigen Dilemma. Sie verfehlt ihr Ziel der Preisstabilität bei weitem. Gleichzeitig hat ihre sehr expansive Geldpolitik aber auch negative … [weiterlesen]

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Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Geldpolitik

Kritik an Draghi ist noch keine Lösung

Die Eurozone verharrt weiter in einer tiefen, vor allem makroökonomischen Krise. Eine robuste Weltwirtschaft und der fallende Ölpreis haben Europas Wirtschaft eine Zeit lang gestützt. Doch spätestens jetzt zeigt sich, dass sich die Eurozone nur durch viel entschiedeneres eigenes Handeln aus der Krise ziehen kann. Eine Antwort, die neuerliche Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB), wurde in Deutschland meist scharf und zu einseitig attackiert. Geldpolitisches Nichtstun scheint die bevorzugte Option vieler in Deutschland.… [weiterlesen]

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Außenwirtschaft und internationale Wirtschaftsbeziehungen Europa EZB Geld- und Finanzmärkte Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft Wirtschaftspolitik

„Auf gutem, aber langem Weg“

Dieses Interview von Helmut Schneider erschien erstmals am 30. Dezember 2015 in der SÜDWEST PRESSE.

Südwestpresse: Herr Fratzscher, Sie sind ein renommierter Wirtschaftswissenschaftler, der die Politik berät. Täuscht der Eindruck, dass sich beide Seiten nicht richtig verstehen?

Marcel Fratzscher: Ich habe großen Respekt vor Politikern, viele verstehen die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Aber während Ökonomen eher langfristig und an wirtschaftliche Anreize denken, denken Politiker kurzfristig und an Wähler.… [weiterlesen]

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